Symposium S37

Neurobiologie zu Verhaltenssüchten

Vorsitz: Lemenager T, Smolka M


Unser Konsumverhalten ist meist darauf ausgerichtet bequem und schnell unser Belohnungssystem anzukurbeln. So kann hochkalorisches Essen, der Gewinn von Geld beim Glücksspiel, viele Likes für ein Selfie, oder auch der Aufstieg in der Rangliste in einem Online Spiel nicht nur positiv verstärken, sondern, wenn auch nur kurzfristig, negative Emotionen durch Ablenkung reduzieren. Wird dieses Verhalten zunehmend aufgrund einer meist bereits bestehenden Psychopathologie (z.B. depressive oder angstassoziierte Symptome) als eine negativ verstärkende Copingstrategie eingesetzt, kann es in ein automatisiertes und zunehmend nicht mehr kontrollierbares Verhalten übergehen. Bei den so bezeichneten Verhaltenssüchten werden ähnliche neuronale Korrelate vermutet wie bei substanzbezogenen Abhängigkeitserkrankungen. Die Ähnlichkeiten betreffen insbesondere die Regionen des mesocorticolimbischen Systems, das mit der Verarbeitung von belohnungsassoziierten Reizen und Verhaltensweisen assoziiert wird und die Areale des präfrontalen Cortex, die mit inhibitorischen Kontrollfunktionen in Zusammenhang stehen. Dennoch sind bei Verhaltenssüchten die neurobiologischen Grundlagen noch wenig präzise geklärt. Das Symposium soll einen Überblick über neurobiologische und neurokognitive Befunde verschiedener Verhaltenssüchte geben sowie die klinische Klassifikation diskutieren.


S37_01
Konflikt zwischen limbisch vermittelten Impulsen und präfrontaler Kontrolle: Kerncharakteristik von Verhaltenssüchten?
Brand M, Duisburg

S37_02
Ist die Binge Eating Störung eine Esssucht?
Giel K, Tübingen

S37_03
Impulsives Entscheidungsverhalten bei Verhaltensabhängigkeiten
Kräplin A, Dresden
Höfler M, Pooseh S, Wolff M, Krönke K, Goschke T, Bühringer G, Smolka MN

S37_04
Neurobiologie der Medien- und Computerspielsucht
Lemenager T, Mannheim
Dieter J, Hill H, Mann K, Kiefer F