Symposium S29

Sucht und Prävention bei marginalisierten Gruppen

Vorsitz: Lieb K, Heinz A


Die Gesundheitschancen in Deutschland sind in Abhängigkeit von der sozialen Lage ungleich verteilt. Geflüchtete stellen beispielsweise aufgrund ihrer schwierigen Lebenskonstellation eine Risikogruppe für Suchterkrankungen dar. Hierzu zählen auch Menschen mit niedrigem sozioökonomischen Status. In diesem Kontext stellt sich die Frage, inwieweit aktuelle Konzepte der Suchthilfe ausgeweitet werden müssen, um besser an die vielfältigen Risikofaktoren dieser marginalisierten Gruppen angepasst zu werden. Das Symposium betrachtet das Thema Sucht bei marginalisierten Gruppen aus verschiedenen Blickwinkeln und führt dadurch zu einem besseren Verständnis der Situation der Betroffenen. Neben den Problemen und Hindernissen, die mit einer Suchterkrankung einhergehen, werden Lösungsstrategien für eine soziallagenbezogene Prävention vorgestellt und diskutiert. Andreas Heinz zeigt auf, aus welchen Gründen verschiedene Einrichtungen der Suchthilfe von Migrant*innen selten oder gar nicht genutzt werden und wie Zugangsbarrieren abgebaut werden können. Heino Stöver präsentiert in seinem Vortrag die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Prävention und Behandlung bei suchtkranken Geflüchteten und zeigt Lösungsstrategien für eine effektive Gesundheitsversorgung auf. Er betrachtet hier u.a. auch die rechtlichen Rahmenbedingungen als Integrationshindernis. Michael Klein wird Studienergebnisse zum Konzept der Akkulturation in suchtbelasteten Familien vorstellen und auf das Konzept der Familienresilienz eingehen. Andrea Chmitorz beschäftigt sich in ihrem Vortrag mit der zunehmenden Verbreitung von pharmakologischem Neuroenhancement (PNE) und weitet die Thematik auf eine weitere marginalisierte Gruppe aus. Durch diese ganzheitliche Betrachtung des Themas soll der Grundstein für eine Optimierung der Gesundheitsversorgung für insbesondere sozial benachteiligte Menschen gelegt werden.


S29_01
Zugangsbarrieren im Suchthilfesystem für Menschen mit Migrationshintergrund
Heinz A, Berlin
Kluge U, Penka S, Schouler-Ocak M

S29_02
Sucht und Familie – eine Frage der Akkulturation?
Klein M, Köln

S29_03
Berufsgruppenspezifische Prävalenz von pharmakologischem Neuroenhancement
Chmitorz A, Mainz
Bagusat C, Kunzler A, Franke AG, Lieb K