Symposium S16

Phänomenologische, neurobiologische, klinische, affektive sowie kognitive Faktoren der Compulsive Sexual Behavior Disorder

Vorsitz: Antons S, Engel J


In Kürze wird die WHO final über die Aufnahme und Einordnung der Compulsive Sexual Behavior Disorder (CSBD) in das internationale Klassifikationssystem (ICD11) entscheiden. Aufgrund fehlender empirischer Sicherheit in Bezug auf die Mechanismen der Entstehung und Aufrechterhaltung ist der aktuelle Vorschlag das Störungsbild nicht den Verhaltenssüchten, sondern den Impulskontrollstörungen zuzuordnen. Im Rahmen dieses Symposiums sollen phänomenologische, neurobiologische, klinische, affektive sowie kognitive Faktoren, die zur Ätiologie der CSBD beitragen, vorgestellt werden. Im ersten Beitrag werden die Ergebnisse verschiedener Studien berichtet, in denen Fallgeschichten und bildgebende Daten von Männern mit selbstberichteter Sexsucht ausgewertet wurden. Die Analysen zeigen ein heterogenes Bild hinsichtlich der Verstärkungsmechanismen sowie höhere neurale Reaktionen auf appetitive Reize. Im zweiten Beitrag stehen klinische Faktoren im Fokus, in denen sich Männer mit CSBD von gesunden Kontrollprobanden unterscheiden. Neben diesen eher prädisponierenden Faktoren werden im Anschluss affektive und kognitive Prozesse thematisiert. Im dritten Beitrag werden Daten einer bildgebenden Studie vorgestellt, in der die Arbeitsgedächtnisleistung von Männern mit CSBD bei gleichzeitiger Konfrontation mit explizit pornographischen Material untersucht wurde. Im vierten Beitrag werden affektive Faktoren, wie Craving und akuter Stress zusammen mit der Fähigkeit der Inhibitionskontrolle als Prädiktoren für Symptome einer CSBD mit einem Fokus auf die Nutzung von Internet-Pornographie vorgestellt. Das Symposium leistet somit einen Beitrag zum besseren Verständnis der Faktoren, die in die Entwicklung und Aufrechterhaltung einer CSBD involviert sind. Dies liefert weitere empirische Befunde, die zur Diskussion der Klassifikation beitragen.


S16_01
Compulsive Sexual Behavior Disorder (CSBD) – Phänomenologische und neurobiologische Aspekte
Stark R, Gießen
Markert C, Klein S, Strahler J

S16_02
Klinische Charakterisierung von Männern mit Hypersexualität in der Sex@Brain-Studie
Engel J, Hannover
Veit M, Sinke C, Heitland I, Kneer J, Hillemacher T, Hartmann U, Krüger T

S16_03
Arbeitsgedächtnisprozesse bei Männern mit Hypersexueller Störung – eine fMRT-Untersuchung im Rahmen der Sex@Brain-Studie
Veit M, Hannover
Sinke C, Engel J, Kneer J, Hartmann U, Hillemacher T, Krüger T

S16_04
Das Zusammenspiel von affektive Reaktionen und Inhibitionskontrolle im Kontext der Internet-pornography-use disorder
Antons S, Duisburg
Brand M