Symposium S08

Überblick über experimentalpsychologische Studien bei verschiedenen Internetnutzungsstörungen

Vorsitz: Wegmann E, Stark R


Einleitung: Die Nutzung von spezifischen Anwendungen wie Gaming, Glücksspiel, Shopping, Pornographie und Soziale Medien im Internet hat sich als zentraler Bestandteil im Alltag etabliert. Vermehrt erleben Menschen jedoch aufgrund ihrer (exzessiven) Nutzung einen Kontrollverlust und berichten von negative Konsequenzen. Durch die Aufnahme der Internet-gaming disorder im DSM-5, wie auch im ICD-11, wird die klinische Relevanz der Untersuchung von internetbezogenen Störungen hervorgehoben. Umso wichtiger erscheint es, die zugrundliegenden Mechanismen der Entwicklung und Aufrechterhaltung der verschiedenen Störungsbilder systematisch zu untersuchen und zu verstehen. Methode: In den einzelnen Beiträgen des Symposiums werden verschiedene experimentalpsychologische Studien vorgestellt, die die zugrundeliegenden Mechanismen für spezifische Internetnutzungsstörungen, hier bezogen auf Gaming, Shopping, Pornographie und Soziale Medien, untersuchen. In den Studien wurden neben subjektiven Angaben und Verhaltensmaßen auch elektrodermale und hirnphysiologische Reaktionen erfasst. Ergebnisse: Die Studien zeigen eine veränderte Wahrnehmung und damit eine veränderte Verarbeitung spezifischer, suchtrelevanter Reize bei verschiedenen Internetnutzungsstörungen falls eine problematische oder pathologische Internetnutzung vorlag. Weiter zeigten sich komplexe Wechselwirkungen zwischen der Verarbeitung dieser Reize einerseits und Stress und Exekutivfunktionen anderseits für die untersuchten Störungen. Schlussfolgerung: Das Symposium fasst aktuelle Forschung zur pathologischen Internetnutzung sowie spezifischer Anwendungen zusammen, wobei der Fokus auf dem Verständnis spezifischer pathologischer Mechanismen der einzelnen Störungsbilder liegt. Die Experimentalstudien illustrieren jedoch darüber hinaus die Bedeutsamkeit konvergenter Prozesse, sodass sie auch die Grundlage für die Ableitung globaler präventiver Mechanismen bilden können.


S08_01
Spielimmanentes Erregungspotential bei problematischen und pathologischen League of Legends - Spielern
Keßler A, Mainz
Müller KW, Rosenkranz T, Wölfling K

S08_02
Neurale Korrelate von Cue-Reactivity & Craving bei Personen mit Buying-Shopping Disorder
Trotzke P, Duisburg
Starcke K, Pedersen A, Brand M

S08_03
Stress und die Verarbeitung sexueller Reize
Markert C, Gießen
Klein S, Strahler J, Stark R

S08_04
Interaktion von Impulsivität und kognitiven Fähigkeiten bei der pathologischen Nutzung von sozialen Medien
Wegmann E, Duisburg
Müller SM, Brand M