Symposium S02

Proopiomelanocortin, Oxytocin, Leptin und Ghrelin – innovative Ansätze in der Behandlung von Abhägigkeitserkrankungen? – Eine Vorstellung neuer neuroendokrinologischer Forschungsergebnisse

Vorsitz: Koopmann A, Bach P


Neuroendokrinologische Veränderungen in der HPA Achse sind seit Jahren im Fokus der Forschung bei Abhängigkeitserkrankungen. Daneben konnte die Forschung zeigen, dass die Appetitregulation neben homöostatischen auch motivationalen Einflüssen unterliegt, wodurch sie und ihre Interaktion mit dem mesolimbischen Belohnungssystem und der HPA Achse zu einem interessanten Target für die Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze für die Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen wurde. Darüber hinaus weisen aktuelle Studien auf das Potential von Oxytocin zur Modulation abhängigkeitsrelevanter Prozesse hin. In diesem Symposium sollen 4 aktuelle präklinische und klinische Studien zu den Veränderungen von Oxytocin, Leptin, Ghrelin und Proopiomelanocortin bei Abhängigkeitserkrankungen und deren Effekte auf die Entstehung von Craving vorgestellt werden. In dem Vortrag von Marc Muschler werden Ergebnisse aus einem Tiermodell zur Alkoholabhängigkeit dargestellt, die zeigen, inwiefern das Protein-Derivat des Proopiomelanocortin, Alpha-MSH, Veränderungen im Alkohol-Entzug zeigt. Im zweiten Teil des Vortrags wird es um die Veränderungen der epigenetischen Regulation durch DNA-Methylierung bei Rauchern im Vergleich zu Nichtrauchern gehen. Alexander Glahn wird in seinem Vortrag auf Veränderungen des appetitregulierenden Peptids Leptin bei Alkoholabhängigkeit in der frühen Abstinenz und spezifisch bei alkoholabhängigen Patienten nach einer Lebertransplantation eingehen. Im dritten Vortrag des Symposiums wird Anne Koopmann die Zusammenhänge zwischen dem orexigenen Peptid Ghrelin und der Entstehung von Craving sowie der alkoholbezogenen neuralen Reiz-Reaktivität bei abstinenten alkoholabhängigen Patienten darstellen. Im vierten Vortrag des Symposiums wird Patrick Bach aktuelle Studiendaten zum Effekt von Oxytocin auf die alkoholbezogene neurale Reiz-Reaktivität und Konnektivität zeigen und inwiefern diese mit dem subjektiven Alkoholverlangen der Probanden korrelieren.


S02_01
Proopiomelanocortin und substanzgebundene Abhängigkeitserkrankungen
Muschler M, Hannover

S02_02
Epigenetische Regulations des Leptins während des Tabakentzuges
Glahn A, Hannover
Frieling H, Muschler M, Hillemacher T, Rhein M, Bleich S

S02_03
Der Link zwischen Appetitregulation und Alkoholabhängigkeit
Koopmann A, Mannheim

S02_04
Aktuelle Befunde zum Effekt von Oxytocin auf neurale Alkohol-Reiz-Reaktivität, alkoholassoziierte Konnektivität und Alkoholverlangen
Bach P, Mannheim
Bühler S, Reinhard I, Vollstädt-Klein S, Kiefer F, Koopmann A