Symposium S01

Drogenszenen, individuelle und öffentliche Sicherheit – Zwischenergebnisse aus einem Projektkonsortium der zivilen Sicherheitsforschung

Vorsitz: Werse B, Stöver H


Das Forschungskonsortium „Drugs and Urban Security“ beschäftigt sich mit Risiken des Umgangs mit legalen und illegalen Drogen in öffentlichen Räumen. Ein Schwerpunkt ist dabei die Beforschung von Szenen marginalisierter Drogen Konsumierender, insbesondere Drogenkonsumräume und deren unmittelbaren Umgebungen. Wir präsentieren vorläufige Resultate und diskutieren mögliche Konsequenzen und praktische Anwendungen. Als Methoden wurden umfassende teilnehmende Beobachtungen und qualitative Interviews mit allen relevanten Akteur*innen – Anwohnende, Expert*innen aus Strafverfolgung und Sozialer Arbeit sowie Konsumierende – durchgeführt. Teilweise kam dabei die neuartige geographische Methode des „Emo Mapping“ zum Einsatz. Zudem wurde in Konsumräumen sowie Städten ohne Konsumräume, ein „Substanzmonitoring“ durchgeführt. Dabei werden Restanhaftungen aus Drogenverpackungen chemischen Analysen unterzogen, um Veränderungen der Inhaltsstoffe und damit Intoxikationsrisiken für Konsumierende zu dokumentieren und zu kommunizieren. Wir stellen diese Methoden mit ersten Ergebnissen aus unterschiedlichen Städten vor. Konkret betrifft dies a) Blickwinkel von Anwohnenden, Gewerbetreibenden und Konsumierenden aus Hamburg, b) Perspektiven von Konsumierenden aus der Frankfurter Szene, c ) Erfahrungen von Konsumierenden aus Nürnberg und München (Städten ohne Drogenkonsumraum) und d) Resultate aus dem Substanzmonitoring, die aus allen genannten Städten präsentiert werden, mit teils bemerkenswerten Ergebnissen zu Wirkstoffgehalten und deren Schwankungen. Die Teilnehmenden erhalten neben den ‚harten Fakten‘ über konsumierte Substanzen und deren spezifischen Risiken Einblicke in die betreffenden Szenen aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Auf dieser Basis diskutieren wir alltagsrelevante Themen wie Umgang mit Überdosen, Drogenhandel, Gewalt und anderweitiger Kriminalität in Drogenszenen sowie das Verhältnis von sozialer Arbeit, Suchtmedizin, Strafverfolgung, Anwohnenden und Konsumierenden.


S01_01
Offene Drogenszenen und Drogenkonsumräume in Hamburg aus der Sicht von Anwohner*innen und Gewerbetreibenden
Wandt J, Hamburg
Steckhan S

S01_02
Offene Drogenszenen in Städten MIT Drogenkonsumraum:
Dichtl A, Jamin D, Frankfurt

S01_03
„Offene“ Drogenszenen in Städte ohne Drogenkonsumräume
Klaus L, Frankfurt

S01_04
Substanzmonitoring in Drogenkonsumräumen sowie offenen Szenen in Nürnberg und München
Auwärter V, Freiburg
Kempf J