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Sucht und komorbide Störungen bei Älteren

Prof. Tanja Hoff, Köln, Deutschland

Vorsitz: Dr. Gallus Bischof, Lübeck, Deutschland


Zusammenfassung: Unter älter werdenden Menschen stellen insbesondere Alkohol und Medikamente relativ häufig konsumierte Substanzen dar bei zwar absinkenden Prävalenzraten von Abhängigkeitserkrankungen mit zunehmendem Alter bei gleichzeitig aber – z.B. nach der neueren DEGS1-Studie (Lange et al. 2016) – häufig vorhandenen riskanten Konsummustern. Ausgehend von den S3-Empfehlungen zu Screening, Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen für Ältere (Geyer et al. 2016) besteht noch ein erheblicher Forschungsbedarf zur Beratung und Therapie Älterer mit alkoholbezogenen Störungen, denn die dortigen Empfehlungsgrade beruhen weitgehend auf einem klinischen Konsensuspunkt der Leitlinien-Expert_innenkommission sowie niedrigen Ebenen der erreichten Studienevidenz. Gerade den in der Praxis häufig auftretenden komorbiden psychischen Störungen wie Depression, Angst- oder dementielle Erkrankungen gilt es strukturierter zu begegnen. Im Vortrag werden die derzeitigen empirisch gestützten Standards und zukünftige notwendige Weiterentwicklungen einer zielgruppenorientierten Beratung und Therapie erörtert sowie erforderliche gerontopsychotherapeutische Spezifika vertieft. 


Tanja Hoff studierte von 1994 bis 2000 Psychologie mit dem Abschluss Diplom in den Schwerpunkten Klinische Psychologie und Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie an der Universität Bonn. Von 2000-2002 schloss sich hier ein Promotionsstudium in den Fächern Psychologie, Theoretische Medizin und Verhaltensökologie an der Philosophischen Fakultät an. Von 2000 bis 2003 war sie auch wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Empirische Sozialforschung in Nürnberg. Von 2003 bis 2005 war sie Post-Doc an der Kompetenzplattform Suchtforschung der Katholischen Hochschule NRW, Abt. Köln. 2005 wurde Tanja Hoff auf die Professur für Psychologie, Schwerpunkt Sozial- und Klinische Psychologie an der Evangelischen Hochschule Freiburg berufen. Seit 2010 ist sie Professorin für Psychosoziale Prävention, Intervention und Beratung an